Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

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SchülerInnen machen sich stark für Menschen rechte und Demokratie Zehn Jahre »Schule ohne Rassismus Schule mit Courage« in Sachsen-Anhalt

Seit mehr als zehn Jahren übernimmt die Landeszentrale für politische Bildung die Landeskoordination für das Projekt »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« (SOR-SMC). Der Name steht für ein Projekt von und für SchülerInnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung z.B. Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz aktiv vorgehen und die demokratische Kultur in Schule und Alltag stärken wollen. Aber auch Lehrkräfte können im Rahmen dieses Projekts die Initiative ergreifen – allerdings sollten sie ihren SchülerInnen schnell das Heft des Handelns in die Hand geben, denn hier geht es um die Stärkung von Eigeninitiative. Lehrkräfte und Eltern sollten PartnerInnen und Helfende sein. Als die Landeszentrale für politische Bildung dieses Arbeitsfeld im Jahr 2003 in Sachsen-Anhalt eröffnete, gab es in unserem Bundesland keine einzige Schule, die den Titel »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« trug. Die Sekundarschule am Wasserturm Köthen war gerade dabei, die nötigen Unterschriften zur Erlangung des Titels zu sammeln. Sie wurde dann auch die erste »Titelschule« in Sachsen-Anhalt und führte ein Netzwerk an, dem heute mehr als 100 Schulen angehören.

»Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« richtet sich ausschließlich an Schulen. Die InitiatorInnen sehen die Schule als komplexen Lernort mit einem spezifischen sozialen Umfeld. »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« hat die ganze Schule im Blick und will im positiven Sinne traditions- und profilbildend das Thema Zivilcourage in den Blick nehmen. Wie dieser Lern- und Aktionsprozess im Einzelnen aussieht, legt die Schule, legen vor allem die SchülerInnen selbst fest, denn jede Schule hat ihre eigenen Problemlagen und auch Stärken. »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« ist gleichzeitig ein Netzwerk. Sowohl auf Bundesebene als auch auf der Ebene der Länder arbeiten Koordinationen, die die einzelnen Schulen im Projektverlauf beraten und unterstützen. Sie organisieren den Erfahrungsaustausch der einzelnen Schulen zunehmend auch auf regionaler Ebene.

Plakat von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
Plakat von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage": "Spott, Neid: Schluss damit!"

Ein Netzwerk lebt vom Austausch

Vernetzung ist bei »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« wörtlich zu nehmen: Seit 2007 findet ein jährlicher Landestag »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« mit 150 – 450 TeilnehmerInnen statt. Der Landestag dient dem Erfahrungsaustausch und der Qualifizierung der SchülerInnen, gleichzeitig wird für die begleitenden LehrerInnen ein aktuelles Fortbildungsprogramm angeboten. Etwa zehn Mal im Jahr informiert ein Newsletter alle teilnehmenden Schulen über neue Entwicklungen und Angebote. Die Webseite der Landeszentrale für politische Bildung bietet darüber hinaus allen Schulen die Möglichkeit, sich aktuell zu informieren und eigene Berichte anderen Schulen zugänglich zu machen. Seit 2010 führt die Landeszentrale für politische Bildung eine jährliche Ferienfreizeit durch, die sich an aktive SchülerInnen richtet. Die Teilnahme an diesem Bildungsprogramm wird mit einer Urkunde bestätigt. Zudem stellt die Landeszentrale für politische Bildung seit 2010 SchülerInnen, die sich mehrjährig für das Projekt »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« engagieren, eine Urkunde aus.

Vielfalt fördern

Die Landeszentrale für politische Bildung fördert seit 2007 sporadisch die Ausbildung lizensierter TrainerInnen für das Bildungsprogramm »Eine Welt der Vielfalt« zur interkulturellen Öffnung, um das Bildungsangebot in diesem Bereich für das Land Sachsen-Anhalt zu erweitern und insbesondere TrainerInnen mit Migrationshintergrund für diese pädagogische Arbeit zu qualifizieren. Die Trainings werden vom Netzwerk Interkulturelle Bildung Sachsen-Anhalt koordiniert. Die TrainerInnen werden in zahlreichen Schulen bei Schulprojekttagen und LehrerInnenfortbildungen eingesetzt.

Foto: SOR-SMC-Schüler der GTS am Tierpark in Staßfurt
SOR-SMC-Schüler der GTS am Tierpark in Staßfurt

Die meisten »SOR–SMC«-Schulen in den neuen Bundesländern

Je größer ein Netzwerk wird, desto wichtiger ist es auf die Qualität der Arbeit zu achten und fortlaufend Instrumente der Qualitätssicherung und Kontrolle einzusetzen. Die Landeszentrale für politische Bildung hat, ergänzend zu den Materialien der Bundeskoordination, Handreichungen zur Nachhaltigkeit, zum Umgang mit Geschichtsprojekten sowie zur Juniorwahl 2013 herausgegeben. Seit 128

Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit

2008 führt die Landeszentrale für politische Bildung nach Beendigung eines Schuljahres eine Umfrage unter den Titelschulen durch und berät bei Bedarf im Nachgang Schulen in Bezug auf den Projektverlauf. Bei aktuellen Problemlagen vermittelt die Landeskoordination AnsprechpartnerInnen und begleitet bei Bedarf den weiteren Verlauf.

Im März 2014 konnten wir mit der Oskar-Kämmer-Sekundarschule »LebenLernen« aus Magdeburg in Sachsen-Anhalt die 100. Schule im Netzwerk »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« begrüßen. Die Schulen in unserem Bundesland haben damit alle anderen neuen Bundesländer übertroffen und verzeichnen auch im Bundesdurchschnitt eine der höchsten Zuwachsraten.

Hier wird erklärt, wie man eine SOR-SMC-Schule wird

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